Worte, Gedanken und Zeit

 

Glaube und Praxis

 

Wenn wir nun festgestellt haben, dass es dem Menschen absolut unmöglich ist, seine Gedanken über einen längeren Zeitraum zu kontrollieren, ebenso die Worte, so bleibt der Glaube. 

 

Der Glaube ist einfach und es muss in Fragen von Zielen und Umsetzung dann der Zeitrahmen vergrößert werden. Wenn wir den Zeitrahmen vergrößern, so lernen wir, geduldig zu sein. 

 

Es wird dadurch erkennbar, dass wir selbst nicht wirklich in der Lage sind, viel zu tun, ohne dass der Herr dem Menschen hilft. Das ist im Kleinen wie in großen Dingen immer wieder erkennbar. 

 

Der Glaube ist somit beweisbar. Und es ist zu unterscheiden: "menschliche Anstrengung" oder Glaube. Der Glaube bringt weitaus größeren Segen, wie die menschliche Anstrengung etwas bewirken kann. 

 

Nehmen wir ein Beispiel aus der Praxis. Es gibt viele andere Beispiele, aber ich möchte dieses wählen: 

 

Ich hatte über Jahre hinweg einen Baum. Ein Zwergapfel. Da war noch ein zweiter gewesen. Der zweite Baum ging vor drei bis vier Jahren ein. Ich war noch unbekehrt und ich war sehr lange sehr traurig darüber und konnte es "nicht begreifen". Der Mensch ist sensibel in sehr vielen Dingen, mehr, wie wir selbst glauben. 

 

Ich kam zum Glauben und seither machte ich viele Erfahrungen im Glauben ich prüfte und testete wie das alles so funktioniert "was der Herr verlangt", "wie er die Dinge sieht". 

 

Gestern nun wurde es wieder zum Thema, das Thema mit den Apfelbäumen: 

 

Nun hatte ich einen Zwergapfelbaum übrig. Der hatte mich lange begleitet auf dem Weg. Mit seiner Ruhe war er mir immer eine große Hilfe gewesen, denn der Zwergapfel hatte all das überstanden, wieso nicht auch ich. Gestern aber, da bemerkte ich, dass er den Winter "nicht überlebt" hatte. 

 

(Ich habe noch einen Säulenapfelbaum, der aber ist mir nicht so an das Herz gewachsen, wie der von früher, warum auch immer das so ist.)

 

Die Trauer dieses Mal über den Verlust des Zwergapfel jedoch war nur kurz. Der Herr verlangt, dass wir unser Herz nicht an irdische Dinge hängen. Gleichzeitig gibt er aber auch die Einsicht dazu, es zu verstehen und dadurch zu wachsen. Solange wir aber aus menschlicher Anstrengung versuchen, Dinge zu retten, uns selbst zu retten vor Trauer und dergleichen, solange können wir nicht im Glauben wachsen. 

 

Es findet oder wird sich ja kaum jemand finden, der solches wirklich versteht, Christus aber versteht uns. Er weiß, wie es dem Menschen geht, welchen Charakter er hat, welches Temperament und welche Dinge ihm auch in der Welt etwas bedeuten. Und wer sagt, in der Welt bedeute ihm nichts, das ist nicht wahr. Das tun wir, wenn wir Dinge nicht haben, dann sind wir "nicht so gut drauf", wir versuchen darüber hinweg zu sehen und nutzen solche Argumente dann "uns selbst zu trösten". 

 

"Ich hänge mein Herz nicht an Irdisches?". Ich freue mich, wenn ich Dinge bekomme, wenn sie aber im Zweifel zum Problem werden, dann muss man davon loslassen. 

 

Wir müssen etwas loslassen, sonst bekommen wir nichts Neues. Ich musste im Leben von vielem loslassen. Im Zweifel ist das "kein solches Thema". Das ist die Welt der Vergänglichkeit. Die Vergangenheit "muss gehen". Die Vergangenheit muss Vergangenheit sein können, ohne Groll, ohne Bitterkeit. Wir müssen dadurch wachsen. 

 

Wie hat Jesus das im Evangelium beschrieben. Als ein Jünger zu ihm sagte "Herr, lasse mich meinen Vater begraben". Jesus entgegnete mit einem erstaunlichen Satz. Mt 8:22. Wir können also nicht erwarten "das Leben zu sehen", wenn wir zu viel zurück schauen. 

 

Wie oft schaut der Mensch zurück: 

 

"Früher, da hatte ich das und das". 

"Früher, da war es so und so."

 

Etwas von früher aber muss gehen, damit das Neue kommen kann. Es ist Frühjahr 2017. Die ganze Welt ist irgendwie in Aufruhr. Trübsal stellt sich ein. Es hängt das Herz an den alten Dingen und an den Erwartungen, die man hat oder hatte. 

 

Fassen wir es kurz, ich nenne hier einen Satz, den ich immer wieder "aus dem Keller holte"

 

"Der Herr hat mir immer im Leben gegeben, was ich wünschte, (selbst da, wo ich noch nicht an den Christus glaubte)." Heute ist es nicht anders, ich glaube. Man muss einfach nur den Zeitrahmen erweitern und vergrößern. 

 

"Wenn es geschieht, geschieht es, wenn nicht dann nicht."

 

So aber lerne ich seinen Willen kennen.

Und seine Wege und Entscheidungen sind stets die Besseren. 

 

Und daran hat er Freude, nehme ich an. So stelle ich es mir vor, dass er sich freut, wenn wir um Antwort nach seinem Willen bitten.