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Die Offenbarung

 

Aus dem Buch Geöffnete Siegel, Auslegung zur Offenbarung, Benedikt Peters, Verlag CLV, kostenlos zu Laden

 

Seite 31

Die Sendschreiben lassen sich grundsätzlich auf drei Arten lesen und verstehen: 

 

1. Wir können die sieben Briefe lesen als Momentaufnahme von sieben Gemeinden des ausgehenden ersten Jahrhunderts in der römischen Provinz Asien. 

 

Seite 32

2. Man kann die sieben Sendschreiben auch als Darstellung einer geistlichen Entwicklung lesen.

 

3. Die Sendschreiben sind ein prophetischer Überblick über die Geschichte der christlichen Gemeinde von den Tagen der Apostel bis zur Entrückung der Gemeinde. 

 

Ich meine, das ist das besondere Anliegen der Sendschreiben, haben wir es doch gemäß den einleitenden Versen mit einem prophetischen Buch zu tun. Wir wollen hauptsächlich diese letzte Art der Betrachtung wählen, was natürlich nicht heißt, sie sei die einzig richtige. Nein, alle drei Ebenen bestehen gleichzeitig nebeneinander; das Wort Gottes ist vielschichtig und erlaubt mehrere, einander ergänzende Anwendungen.

 

Bevor wir uns den einzelnen Sendschreiben zuwenden, wollen wir uns zwei Dinge gut merken: Erstens: Es geht nicht um die Stellung und die dazugehörigen unverlierbaren Segnungen der Gemeinde, sondern um ihre Verantwortung im Wandel und im Zeugnis vor der Welt. Die Stellung der Gemeinde in Christus ist vollkommen und unverlierbar, denn sie ist eine reine Gnadengabe und hängt darum an der unwandelbaren Treue Gottes selbst. Das Zeugnis der Gemeinde ist nie vollkommen und zudem verlierbar, wie uns bereits das erste Sendschreiben zeigt; denn es hängt an unserer sehr unbeständigen Treue.

 

Seite 33

Zweitens: Die Gerichtsworte, die in den Sendschreiben genannt werden, betreffen die Gemeinde als Ganzes, nicht den Einzelnen. Darum darf man aus der Androhung, der Herr werde im Falle von Ephesus den Leuchter von seiner Stelle rücken oder Laodicäa aus Seinem Munde ausspeien, nicht schließen, Gott werde ein Kind Gottes verwerfen, wenn dieses versagen sollte. Das steht nun ganz und gar nicht da. Die Gemeinde als Ganzes wird vom Herrn als Zeugnis verworfen, wenn sie nicht umkehrt. An den Einzelnen, der hört, ist die Verheißung gerichtet. Das bedeutet, dass der Einzelne persönlich glauben und überwinden kann, wenn die Gemeinde als Ganzes untergeht. Das ist ein großer Trost: Ungeachtet der allgemeinen Untreue kannst du, kann ich dem Herrn persönlich vertrauen und Seine Gegenwart erleben, Seine Segnungen empfangen, Seine Bestätigung haben.

 

Kommentar von mir:  

In der Offenbarung und dem offensichtlichen Mangel ist vor allem die Namenschristenheit angesprochen: 

 

"Ich bin katholisch"

"Ich bin evangelisch"

"Ich war `mal Messdiener"

"Ich gehe einmal im Jahr in die Kirche"

"Ich gehe in die Kirche, habe aber noch nie Buße getan oder in die Bibel geschaut"

 

Gläubige, die kurz vor der Antwort auf alle Fragen stehen oder gestanden haben (eine Bibel in der Hand hatten) und dieses verwarfen. Durch den Ungehorsam (Unglauben) gehen ja insgesamt (hoffentlich nicht) die anderen Menschen verloren, die heranwachsenen Generationen, welche in die Welt Babylon hinein geboren werden und von rein gar nichts wissen (können). 

 

Wenn nun die Eltern das Wort der Wahrheit verwerfen, so wird folgendes eintreten, insoweit deren Kinder eines Tages doch zum Glauben finden und bis zum Ende hin dem Herrn treu bleiben: 

 

Matthäus 12,27

 

All das Durcheinander in den Finanzsystemen und durch Regierungen und durch deren Organisationen haben unterschiedliche Ursachen: 

 

1. Es dient auf alttestamentliche Weise dem Gleichgültigen und ist Teil der Offenbarungszeit

(durch Probleme beginnt der Mensch Fragen zu stellen)

2. der Teufel wirkt durch Menschen, die Ehre von anderen suchen und hohe Positionen anstreben, das pyramidale Machtsystem (die Stühle nach oben werden weniger, was Druck erzeugt von unten) - Der Mensch der Gier und der Sünde, der für Machtpositionen "alles tut, was von ihm verlangt wird" und dabei keine Fragen stellt. 

3. Religionen

4. Diener des Teufels, die absichtlich die Welt in ein Chaos stürzen um das antichristliche System aufzurichten. Dazu versucht es, die Gemeinden zu unterwandern und den Einzelnen von Jesus der Bibel wegzulocken (ihn mit anderen Dingen zu beschäftigen: Spielekonsolen, Social Media, Fernsehen, Kriminalromane - "harmloser Zeitvertreib", der Moderne). DIese "Spielzeuge" sind auch von der Industrie absichtlich in die Welt gesetzt, den Menschen von diesen Dingen abhängig zu machen, dass er ohne nicht mehr leben kann oder will, wie er es dann selbst auch sagt. 

 

Es geht nicht darum, alle diese Dinge zu verachten, sondern darüber nachzudenken, wie viel Zeit und dadurch Lebenszeit "widme" ich solchem und wie kann ich das vernunftbegabter einsetzen, damit umgehen. Es geht aber im Grunde erst einmal darum, überhaupt zu wissen, dass solche Dinge in Abhängigkeiten führen können. 

 

1. Korinther 6,12

1. Korinther 7,31 (NGÜ)

 

Dazu gibt es ja noch unzählige weitere "leichte Drogen" wie Kaufsucht, Reiselust, Partyleben, protzige Autos und sonstige Statusymbole, all das, was dem Menschen die Taschen lehrt und ihn in die Kreditfalle lockt. 

 

Der nicht glaubende Mensch hat vor seinen Herzenswünschen keinen Schutz in dieser Sache. Deshalb ist es auch vollkommen logisch, sich dem Herrn Jesus zuzuwenden und so kann der Sucher / Zweifler schon im Alltag feststellen, wie die Bibel dem Einzelnen hilft und bewahrt. 

 

Weitere Zitate aus o.a. Buch, 

Seite 39-40, zu Pergamus

Die Lehre der Nikolaiten würde demnach auf den sich bereits früh ausbreitenden Klerikalismus hinauslaufen, diese unbiblische Trennung der Gläubigen in Geistliche und Laien, die heute die Christenheit, die evangelische wie die katholische, Staatskirchen wie Freikirchen, fast vollständig beherrscht. Wir sollten beachten, dass dies einer der Welt abgeguckte Methode ist, die sich mehr an den Prinzipien des Managements als den Prinzipien des Wortes Gottes orientiert. Das zog schon bald in die christliche Kirche ein. Man sagte sich, man müsse Leute ordinieren (entgegen Apg 20,28), sie bezahlen (entgegen 1Tim 6,5), ihnen Befehlsgewalt geben (entgegen 1Petr 5,3), die Gemeinden durch eine Zentrale koordinieren (entgegen Mt 18,20; Eph 4,2.19), sonst lasse sich die Kirche nicht zusammenhalten, sonst ziehe Unordnung ein. So schuf man sich eine hierarchisch aufgebaute Kirche. Ein Bischof hatte unter sich die Pastoren der einzelnen Kirchen, jeder Pastor hatte unter sich das Fußvolk. Damit leugnete man praktisch die Tatsache, dass der Herr allein Haupt ist und die Glaubenden alle Glieder voneinander (Eph 4,15.16) sind, dass alle durch einen Geist getauft sind (1Kor 12,13), dass nur einer Haupt, die Gläubigen alle aber Brüder sind

(Mt 23,8-10).

 

Seite 43

Wenn nun im Zentrum der Gemeinde von Thyatira bereits ein falsches Opfer steht, dann wird hier angedeutet, was auf die Zeit Konstantins folgte: Die Kirche von Rom mit dem Bischof von Rom an der Spitze wird zur Herrin über alle Kirchen im Römischen Reich. Die römisch-katholische Kirche entstand, in deren Gottesdienst eben ein falsches Opfer das Zentrum bildet. Bis zum heutigen Tag ist das Messopfer das Herz des römischen Kultes. Das ist ein heidnischer, götzendienerischer Ritus, weil er in kühnem Widerspruch zu Hebräer 10,10.12.14 das einmalige und nie zu wiederholende Opfer des Leibes Jesu Christi wiederholen will. Ob mit dem »Weib Jesabel« tatsächlich eine Frau dieses Namens gemeint ist, oder ob das eine symbolische Bezeichnung ist für Lehre, die zu geistlicher Hurerei – denn das ist ja aller Götzendienst – führte, ist einerlei. Auf alle Fälle soll der Name an eine tatsächliche Jesabel erinnern, die genau das tat, was in Thyatira geschah: Die Frau des israelitischen Königs Ahab verführte den König zum Dienst an Baal und Aschera (1Kö 16,31; 21,25) und lud Propheten der Aschera ein, an ihrem Tisch zu essen

(1Kö 18,19). Und auch ihr Ende war das Verderben (2Kö 9,30-37).

 

Seite 52-52

Das besondere Kennzeichen der Gemeinde in Laodicäa ist, dass sie sich Seinem Wort nicht stellt, Ihn nicht ernst nimmt als den treuen Zeugen; denn sie wird »lau« genannt. Sie sagt Ja zur Bibel und zu den Meinungen der Welt, zur Lehre der Apostel und zu den Überlieferungen der Menschen, sie will sich nirgends festlegen, überall mitreden und allerorts anerkannt oder doch zumindest nicht unangenehm bekannt sein. Sie ist eine Gemeinde ohne Grundsätze; sie will auf allen Hochzeiten tanzen, sie ver mischt sich mit der Welt. Sie ist lau, wie eben laues Wasser dadurch entsteht, dass man kaltes mit warmem mischt. Vermischung von Licht und Finsternis, Wahrheit und Lüge, Gemeinde und Welt ist das Kennzeichen der Christenheit des Endes. Vermischung nennt man etwas vornehmer auch Synkretismus. Auf dem Weg des Synkretismus ist sie in ihren eigenen Augen – das beweist, wie blind sie ist – sehr reich geworden. Endlich hat sie die altmodische Enge und Ausschließlichkeit des Christentums abgestreift. Sie hat für alles und jedes Platz. Allein, ein fataler Mangel enthüllt mit einem Schlag ihre vollständige Verarmung: Sie hat den Christus Gottes nicht mehr; denn der Herr steht vor der Tür (Vers 20). Wie ist Lauheit dem Herrn, der selbst die Wahrheit heißt (Joh 14,6), zuwider. Es ekelt Ihn, der selbst bei der Schöpfung Licht und Finsternis schied, der Seine Priester im Alten Bund anwies, zwischen rein und unrein zu scheiden (3. Mose 10,10), der selbst »abgesondert von den Sündern« (Hebr 7,26) war.

 

Es ist Seinem Wesen so zuwider, dass Er eine solche Gemeinde ausspeit. Damit wird deutlich, dass auf ihre Weise die Christenheit das gleiche Ende finden wird wie das alte Israel vor dem ersten, dem babylonischen Exil. Diesem war angekündigt worden, dass es aus dem Land der Verheißung ausgespien würde, wenn es sich mit den heidnischen Völkern vermischen und deren Ansichten und Praktiken mit den Weisungen des Gesetzes vermengen sollte (3Mo 18,28). Und die endzeitliche Christenheit wird auch den Juden kurz vor ihrem zweiten, dem nun fast zweitausend Jahre dauernden Exil gleichen. Es war damals zu einem leeren Haus geworden (Mt 12,43- 45); ihr Gottesdienst war eine leere Schau; der Herr verließ ihren Tempel und ließ ihn als bloße Hülse zurück (Mt 23,38).

 

So endet auch die Christenheit. Sie ist eine leere Organisation und hohle Religion geworden, die für alle offen ist, nur nicht für den Christus Gottes. Er Selbst hat sie verlassen und steht nun draußen vor der Tür. Daher hat die christliche Kirche keinerlei berechtigten Anlass, mit dem Finger auf das untreue Israel zu zeigen. Sie hat sich um nichts treuer erzeigt. Wir müssen sogar sagen, im Gegenteil: Die Christenheit hat höhere Segnungen und eine erhabenere Botschaft verschmäht. Sie hat die Gnade Gottes in Ausschweifung verkehrt (Jud 4). Wer nun innewird, dass Christus längst ausgeladen worden ist, deshalb umkehrt und auf Seine Stimme hört, zu dem wird der Herr kommen und Gemeinschaft mit ihm pflegen. Solange die Gnadenzeit noch dauert, kann jeder, aller Untreue der Christenheit zum Trotz, noch den Sohn Gottes in sein Leben aufnehmen und damit alle Verheißungen der Überwinder erlangen: Er wird, während das Gros der Christenheit »ausgespien« wird, von Jesus Christus erhöht werden. Wenn die christliche Kirche nicht zwischen Draußen und Drinnen geschieden hat, wird der Herr selbst scheiden, wenn Er kommt. Wer Ihn aufgenommen hat, den wird Er zu sich nehmen, erhöhen (Vers 21). Wer Ihn nie aufgenommen hat, wird auf die Erde »gespien«, also zurückgelassen werden, um mitsamt der Welt in der dann anbrechenden Drangsalszeit gerichtet zu werden.

 

Evangelium oder Religion